Revista Crítica de Historia de las Relaciones Laborales y de la Política Social
ISSN versión electrónica: 2173-0822
Thomas Gergen
Mit seiner rechtshistorischen Untersuchung zum weiten Feld der Handlungsformen der öffentlichen Gewalt im 18. und 19. Jahrhundert bildet die Studie eine gut zugängliche und sorgfältig bearbeitete Analyse, die weniger den Schwerpunkt auf den Verwaltungsakt, sondern auf das Privileg legt.
Stichworte: Privileg, Verwaltungsakt, Gewerberecht, Öffentliche Gewalt.
„Die Demokratie des Grundgesetzes ist eine grundsätzlich privilegienfeindliche Demokratie“. Das Bundesverfassungsgericht hat dies in seinem Urteil vom 5. November 1975 klargestellt.
Mit seiner rechtshistorischen Untersuchung zum weiten Feld der Handlungsformen der öffentlichen Gewalt im 18. und 19. Jahrhundert bildet diese Dissertation eine sorgfältig bearbeitete Analyse.
Der Zeitraum ist festgelegt durch die Abschaffung der letzten Privilegien in den 1930er Jahren in Deutschland und durch das Ende des Ancien Régime und die Französische Revolution.
Der Autor geht von der Hypothese aus, dass das Privileg als Rechtsinstitut eine der wichtigsten Wurzeln für die Entwicklung des modernen Verwaltungsakts ist.
Lieb baut seine Arbeit in sechs Kapitel auf und behandelt das Privileg als Rechtsinstitut vom Ancien Régime bis zum Kaiserreich.
Im 19. Jahrhundert hatte das Privileg eine zentrale verfassungsrechtliche Bedeutung als Ausfluss der gesetzgebenden Gewalt.
Die Arbeit liefert rechtshistorisch den Weg vom Privileg zum Verwaltungsakt unter Ausschöpfung der wichtigsten Quellen.
Wenn auch die privatrechtlichen Privilegien nicht immer in aller Ausführlichkeit behandelt werden, so liefert Lieb gleichwohl eine stringente Abhandlung.